Spielplan
Konstruierte Helden
Benjamin Bergmann / Installationschauspielfrankfurt / Großes Haus / Außenraum
November 05
Kuratorin: Leonore Leonardy
Ähnlich dem Theater bewegt sich der Münchner Künstler Benjamin Bergmann zwischen einer Welt von Realem und Künstlichem. Seine raumgreifenden Installationen besetzen wie Ungetüme öffentliche Plätze, scheinen sich mit Macht durch die Architektur nach außen zu
drängen, entwickeln zuweilen ein lautes, beängstigend kraftvolles Eigenleben – ehrfurchtsvoll steht der Betrachter vor beeindruckender Materialität. Und dennoch lassen die oft fragil anmutenden
Konstruktionen Skepsis an der Haltbarkeit und Stabilität aufkommen. Dem Spiel mit der großen Geste wohnt der Moment des Zweifels,
auch der Ironie, bereits inne und definiert das Werk als Artefakt mit vielschichtigen Assoziationsmöglichkeiten.
Das Schöne an der Absurdität ist für mich die Nachhaltigkeit der Verwirrung. Irgendwann ertappt man sich, darüber nachzudenken, ob nicht das Absurde doch mehr von der Wirklichkeit haben könnte als diese selbst. (Benjamin Bergmann)